Männer in Sorge und Pflege

Geschlechterrollen von Männern und Frauen im Wandel

Workshops

Mikroebene (anwendungsorientiert)

Workshop 1: "Quantität vs. Qualität – Geschlechterrollen und Kinderbetreuung"

Leitung: Björn Süfke

In diesem Workshop geht es um Geschlechterstereotype (in Selbst- und Fremdzuschreibung) in der (Klein)Kindbetreuung vor dem Hintergrund entwicklungspsychologischer Erkenntnisse über kindliches Bindungsverhalten. Welche praktischen Auswirkungen haben z. B. biologistische Konzepte von Elternschaft (natürliche Mutterrolle, natürliche Vaterrolle) für die Aufteilung der Kinderbetreuung und die Prägung von Erwachsenen und Kindern von Geburt an? Welche Handlungsoptionen haben Eltern, um überkommenen Denkmustern zu entkommen?

 

Mikroebene

Workshop 2: „Sorgen neu denken – Aufteilung der Familiensorge an den wichtigen Wegmarken im Leben“

Leitung: Prof. Dr. Almut Peukert

Im zweiten Workshop der Mikroebene skizziert die Referentin die Aushandlungsprozesse auf Paarebene bei der Aufteilung von Sorge und Pflege. Welche soziologischen Erkenntnisse besitzen wir über dominante Leitbilder in der Sorge und darauf fußende Aushandlungen in Bezug auf die Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit auf Paarebene? Die Teilnehmenden werden der Frage nachgehen, ob die paarinterne Arbeitsteilung im Zeitverlauf stabil bleibt oder aber an wichtigen Wegmarken im Leben unterschiedlich ausfällt. Wie können ggf. Pfadabhängigkeiten vermieden werden?

 

Mesoebene

Workshop 3: „Spannungsfeld Sorge- und Erwerbsarbeit - Haben wir Wahlmöglichkeiten“

Leitung: Dr. Ruth Abramowski

Auf der Mesoebene betrachten wir, welche Auswirkungen Geschlechterstereotype und Aushandlungsprozesse auf die Arbeitsmarktpartizipation sowie Erwerbsbiographien von Männern und Frauen in Deutschland haben. Es geht um Pfadabhängigkeiten in der Sorgearbeit für Kinder und alte Menschen sowie um die Frage, welche Rolle individuelle Präferenzen (ggü. dem Einfluss des sozio-ökonomischen Umfelds) bei der Wahl des Sorgeanteils tatsächlich spielen können.

In den vergangenen Jahrzehnten hat der Wandel sozialer, ökonomischer und politischer Rahmenbedingungen die Aushandlungsmöglichkeiten familialer Rollenbilder in Paarbezie-hungen sowie die geschlechtsspezifischen inner- und außerhäuslichen Arbeitsteilungs-arrangements verändert. Die steigende Anzahl von Frauen im tertiären Bildungssektor und auf dem Arbeitsmarkt sowie die „neue“ Rolle von Vätern als aktive familiale Bezugspersonen eröffnen vielfältige Möglichkeiten, den Handlungsspielraum zwischen den Geschlechtern in Bezug auf die „Work-Family-Balance“ zu erweitern. Doch jeglichen Modernisierungsprozessen zum Trotz erweisen sich die Geschlechterstrukturen insbesondere bei den Sorgearbeiten als weitgehend resistent gegenüber sozialem Wandel.

Der Workshop rückt sowohl Barrieren als auch Optionen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Blickpunkt. „Arbeit“ soll in ihren Erscheinungsformen der Erwerbsarbeit, Sorge- und Hausarbeit thematisiert werden. Welche Determinanten können im Hinblick auf die Work-Family-Balance festgestellt werden? Welche Verwirklichungschancen bestehen für Frauen und Männer, sich der Erwerbs- und/oder der Sorgearbeit zu widmen? Welcher (neuen) theoretischen und methodischen Konzepte bedarf es, um die Work-Family-Balance verstehen und erklären zu können?  

 

Makroebene

Workshop 4: "Fürsorgliche Männlichkeiten? Hegemoniale Männlichkeit und Care"

Leitung: Dr. Andreas Heilmann

Am Vormittag geht es um Männlichkeitskonzepte und Care. Wir steigen ein der Frage „Was ist (hegemoniale) Männlichkeit?“ und diskutieren, inwiefern diese kompatibel mit Sorge ist. Wie lässt sich diese Fragestellung empirisch untersuchen? Dr. Andreas Heilmann stellt die jüngsten Ansätze und die Diskussion zu Caring Masculinities vor.

Am Nachmittag beschäftigen wir uns mit der praktischen Auswirkung dominanter Konzepte von Männlichkeit. Inwiefern spielen Bilder von Männlichkeit im Diskurs über Männer und (Nachtrennungs)Sorge eine Rolle? Dieser anwendungsorientierte Teil des Workshops wird von Johannes Busse (siehe Orgateam) geleitet.   

Die Vorbereitung auf den Workshop umfasst ein Verständnis von drei bis vier englischsprachigen wissenschaftlichen Texten zu Männlichkeit und (Nachtrennungs)Sorge sowie das Sammeln von Debattenbeiträgen zur Nachtrennungssorge aus der Presse und Stellungnahmen der relevanten Verbände.